Freitag, 19. September 2008

Die ersten zwei Wochen


Zwei Wochen vergingen wie im Flug. Sie waren gefüllt mit viel Arbeit sowie Menschen und Umgebung kennen lernen.
Ich wohne noch in der "Goethe Wohnung" - im Viertel Pasong Tamo gelegen, doch am 1. Oktober ziehe ich - wenn nichts schief läuft - in meine eigene. Sie liegt im Burgos Viertel - da wo sich die weißen Männer hin "verirren", wenn sie eine philippinische "Studentin" kennen lernen wollen. Also, ein Viertel mit viel Nachtleben! Da es aber nur 10 Laufminuten vom GI entfernt ist, ist es nicht allzu schäbig.
Meine neue Wohnung ist im 29. Stock, hat einen Balkon und eine super Aussicht - nach links und rechts. Denn ohne Kopfverdrehen schaut man auf das gegenüberliegende Hochhaus. Ich freu mich endlich aus meinem dunklen Loch im 10. Stock herauszukommen. Obwohl mir das Viertel dort sehr gut gefallen hat. Es war im Gegensatz zu dem Geschäftsviertel, in dem ich arbeite, irgendwie authentisch: Teilweise kaputte Straßen / Bürgersteige, ein paar Bettler, Straßenküchen, viele Jeepnees...


Das sind billige Verkehrsmittel mit einem, für alle mir bekannten Ausländer, völlig undurchsichtigem Halteverfahren. Wo und wann gehalten wird - ist ein Mysterium. Allerdings helfen die Manilaner gerne. Und wenn man eine Strecke ein paar Mal gefahren ist - und sich schon als "alten Hasen" sieht - dann hält das Jeepnee doch wieder ganz woanders ... und man steigt in ein klimaanlagengekühltes Taxi :-)

Ach, und das ist Grace:



Eine ehemalige Schülerin von mir aus Berlin. Sie ist seit September wieder zurück in Manila und sie zeigt mir, was man hier so machen kann. So z. B. schlendert man an einem freien Sonntag nicht durch die wallende Hitze der Stadt, um sich irgendwelche antiken Mauern anzuschauen, sondern verbringt ihn in einem der riesigen Einkaufszentren (malls). Die sind so kalt wie mein Kühlschrank und genau deshalb sieht man am Wochenende tausende von jungen Menschen, die aus ihren heißen, stickigen Wohnungen ins Mall fliehen. Also, eine einzige Party.
Die letzen beiden Sonntage verbrachte ich ebenfalls so...

Ich habe auch einen Ausflug zum Kokosnusspalast gemacht, der zu Ehren von Papst Johannes Paul erbaut wurde, als bekannt wurde, dass er auf die Philippinen kommen würde. Als dieser jedoch erfuhr, wieviel Geld in den Bau gesteckt wurde, verurteilte er es als Geldverschwendung, da es hätte in sauberes Trinkwasser investiert hätte werden können, und kam nicht! Jetzt ist dieser riesige Palast eine Touristenattraktion.



Außerdem hatte ich das Glück zu der Eröffnung der Europäischen Filmwoche auf den Philippinen gehen zu können. Es gab Wein und ein westliches Büffett für alle. Nachdem mir aber die Praktikantin vom GI alle wichtigen Leutchen vorgestellt hatte (z. B. die Praktikantin der finnischen Botschaft, den französischen Botschafter, Lehrer vom Spanischinstitut etc.) und die Lokalpresse ihre Fotos geschossen hatte - war das Essen schon leer :-(
Der Wein war allerdings lecker!
Und die europäischen Filme waren auch gut. Das Festival dauert noch bis Sonntag und Samstag abend, nach dem Unterricht, werde ich mir auf jeden Fall noch einen tschechischen ansehen "Beauty in Trouble".
Deutschland schickte einen Kinderfilm: "Children of the Moon"(sehr, sehr schön!!!). Als ich den Chef des hiesigen Goethe Instituts beim Abendessen nach seiner Meinung über den Film fragte, und warum die Deutschen als einziges Land einen Kinderfilm ins Rennen schickten, antwortete er: "Ich habe ihn ausgesucht! Denn das Motto war "Kinderfilme" - die anderen Länder haben allerdings nichts passendes gefunden!" ... upps...
Nun noch mein Blick aus dem Lehrerzimmer inklusive ein paar Kollegen:


Das sind Theresa (aus Österreich) und Patrick.

Das ist Princess.

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