Dienstag, 23. September 2008

Kurspause, online-Heiratsmarkt, Chinatown und das Abegg-Trio

Die philippinische Variante von Choco Crossies...nicht schlecht!


Nach 12 Unterrichtstagen ist die erste von drei Niveaustufen erreicht und mein Kurs hat zwei Tage Pause - so auch ich.
Allerdings nicht volle 2 Tage, da ich morgen Abend einen Abendkurs habe - in dem auch 2 Griechen sind! Die arbeiten bei der griechischen Botschaft und ich muss sie unbedingt fragen, warum sie Deutsch lernen...
Nach der Kurspause geht es weiter, bis die Schüler innerhalb von 2 Monaten die "Start Deutsch 1" Prüfung (hoffentlich) bestehen. Dann dürfen sie in Deutschland einreisen und endlich ihren "geliebten" deutschen Mann in die Arme nehmen: Familienzusammenführung. Jeden Monat findet eine solche Prüfung statt - die deutsche Regierung dachte vielleicht, mit der Einführung dieser, den Andrang philippinischer Frauen vermindern zu können...doch nein, die steigenden Anmeldezahlen für die Prüfung beweisen das Gegenteil.

Als ich in der ersten Woche erfuhr, dass ich mit meiner Arbeit dazu beitrage, dass junge Filipina mit Deutschen verheiratet werden, ging es mir ziemlich schlecht. Denn einige dieser Deutschen sehe ich hier im Goethe Institut... wie sie im Internet surfen... alt und dickbäuchig... (wirklich! Ich übertreibe nicht... im Gegenteil... ich könnt k.....). Wie kommen diese Ehen zustande? Über einen Internetkatalog.
Natürlich gibt es Ausnahmen.

Die Filippinos (in meinen Klassen) haben so interessante Namen wie Lovley May, Baby Gil, Florida, Eufemia, Lurybeth, Vera Cruz... Einige bereits mit typisch deutschen Nachnamen, was dann noch amüsanter klingt ...




Zwei Fillipinos überzeugten mich davon, dass meine Arbeit nicht so schmutzig sei, wie ich es darstellen würde. Im Gegenteil. Ich würde den Frauen, die meist aus einer armen Provinz kämen und sich häufig prostituierten, helfen. Das Einheiraten in eine deutsche Familie wäre "der Weg raus"... Indem wir ihnen Deutsch beibrächten, gäben wir ihnen zudem ein Instrument in die Hand, sich in Deutschland bewegen zu können.

Am Sonntag war ich mit Theresa und Anne im Chinatown und in Quiapo, einer Gegend bekannt für ihre Straßenmärkte.



Wir verbrachten einen schönen Nachmittag und ließen uns in den Massen treiben und von Kuriositäten zu Fotos inspirieren.
Einmal wurde der Verkehr angehalten, damit Theresa in Ruhe ein Bild machen konnte :-)




Das was übrigens das stinkendste Pferd, welches ich jemals ge-rochen habe!




Am Ende einer der Marktgassen lag eine sehr interessante Kirche (die Philippinen sind ja in der Mehrzahl Katholiken): Die beiden langen Seiten bestanden aus sperrangelweit offenen Türen aus den Menschen hinein und hinausgingen. Drinnen saßen und standen bestimmt 200 Leute - und es gab zu diesem Zeitpunkt keine Messe! Um die Kirche herum fielen mir besonders die Jasmin- und Kerzenverkäufer auf.
Durch das Anzünden einer Kerze mit einer bestimmten Farbe, wird mit dem Rauch der jeweilige Wunsch empor getragen. Anne konnte sich nicht entscheiden...irgendwie schienen alle Wünsche ihre Berechtigung zu haben.



Und so kaufte sie kurzentschlossen das Paket "von jedem etwas"! Besser ist besser...


Nachdem wir uns in "Jollibee", der philippinischen Variante von Mc Do, gestärkt hatten, machten wir uns auf den Heimweg. Wir wollten uns frisch machen, da am Abend ein klassisches Konzert vom berühmten Abegg-Trio mit Stücken von Beethoven, Dvorá und ... auf uns wartete. Sie spielten fantastisch! Übrigens standen sie vor 19 Jahren schon einmal gemeinsam auf der gleichen Bühne hier in Manila. 2006 feierten sie ihr 30 jähriges Bühnenjubiläum.



Heute Abend fahre ich nach Quezon City. Manila heißt eigentlich "Metro Manila" und besteht aus vielen Städten... ich wohne in Makati und Quezon City ist, je nach Verkehr, zwischen 30 und 60 Minuten entfernt.
Dort findet um 19 Uhr ein Poetry Slam statt und Uta, eine Kollegin, will auch was lesen... und ich? Vielleicht ...

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Katja.
Ich bin Raul. Wie geht´s?
Ich möchte alles lesen, aber ich verstehe nicht verstehe alles.
Ich bin gut in berlin. Die Wetter ist nicht so gut.
Bisbald.

Katja hat gesagt…

Hey Raul!
Schön von dir zu hören / lesen!
Ja, das Wetter ist vielleicht besser hier :-) als in Berlin...
Keep on studying so you will be able to understand everything!
Liebe Grüße an alle aus "unserer" Klasse - if there is somebody left...
Tschüß!