
Um 22:00 Uhr sollte unser Bus losfahren - aber wir hatten noch keine Tickets! Deshalb waren wir eine Stunde früher da. Diese Idee hatten leider viele.... Als die Reihe an uns kam, gab es nur noch 2 Tickets. Ich wendete mich enttäuscht ab - doch Trinka, verharrte und redete und redete und redete auf den Verkäufer ein... ich unterstützte sie mit meinem besten Augenaufschlag und schließlich, nach 20 Minuten war es soweit: 2 von uns bekamen einen Sitzplatz und 2 einen Platz im Gang... Für eine 8stündige Übernachtfahrt. Uta und ich opferten uns, und nahmen auf Notsitzen im Gang Platz, deren Lehne in Hüfthöhe (!) endete. Aber egal!
Leider dauerte die Fahrt nicht 8 sondern 12 Stunden, da wir zuerst innerhalb Manilas 2 Stunden im Stau standen und dann kurz vorm Ziel einer Überhitzung des Motors Tribut zollen mussten... Wir freuten uns über die plötzliche Bewegungsfreiheit und nutzten die Pause für einen ersten Bergkaffee.
Endlich in Banawe angekommen, umgab uns wundervolle frische Luft. Zuerst mieteten wir uns einen "guide", der uns die nächsten 3 Tage durch die Gegend jagen sollte und besprachen mit ihm die Route. Anne war geschockt.
Sie wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass unsere Wandertour solche Ausmaße annehmen sollte. Sie dachte, wir blieben in Banaue und würden von dort kleinere Tagestrips machen. Aber nein, Baby - es würde von einem Dorf ins nächste gehen - bis wir Sonntag wieder in Banaue ankommen würden.
Nach einem späten Frühstück (Bananenpancakes) ging die erste Etappe los.
Wir starteten im Tricycle:
Also, praktisch ein Motorrad mit so einem Seitenwagen, wo wir uns zu zweit reinsetzten. 30 Minuten dauerte die Fahrt und dann ging es los!
Noch waren wir voller Elan: Trinka (eine meiner Kursteilnehmerinnen aus dem Mittwochabendkurs - sehr coole Frau! Filmemacherin), Uta (in der Mitte; hat immer Hunger!), Anne (Hamburgerin mit Leib und Seele) und ich. Frauenpower!!!Auf unserem Weg begegneten wir Pferden... und Schweinen die Hunde jagten. EEECHT! Und wir Stadtkinder packten uns kreischend an die Hände, als da plötzlich ein quiekendes Schwein einem bellenden Hund hinterher raste... Yet Bo hat bestimmt auch gedacht "Mein Gott! Was hab ich da für Ladies im Gepäck!"

Yet Bo (oder auch Robert genannt) führte uns innerhalb von 4 / 5 Stunden nach Cambulu.
Das ist ein Dorf ohne Fernseher oder Radio. Die Bewohner müssen, so wie wir, ewig wandern, um in die nächste "Stadt" zu kommen. Wir aßen den Reis und das Gemüse, welches sie anbauen - und es war köstlich. Wilder Bergreis - so lecker, so anders als der Reis, den man im Supermarkt kauft.
Sobald die Sonne untergegangen war, wurden die Berge um uns herum in undurchsichtbares Dunkel getaucht. Eine Schwärze, wie wir sie kaum kennen... und die Geräuschkulisse, "Natur pur" war waaaaahnsinnig. Genauso unglaublich wie der fantastische Sternenhimmel. Zwei Sternschnuppen konnte ich mit Wünschen versorgen... und Glühwürmchen umschwärmten unsere Terrasse... Yet Bo klimperte auf der Gitarre und die Dorfbewohner setzten sich hinzu.
Am nächsten Morgen wachte ich schon um kurz nach 6 auf, "duschte" (= eiskaltes Wasser aus einer Plastikschüssel über den Körper - KREISCH) und verbrachte 3 ruhige, interessante Stunden auf der Veranda. Ein paar Frauen kamen vorbei, die unserer Wirtin Gemüse verkauften und Yet Bo kaufte ein paar Bananen für uns.
Die sehen braun aus, waren aber innen noch voll in Ordnung und suuuper lecker.Er erzählte mir auch viele Legenden und wahren Begebenheiten aus der Region, die eng verknüpft mit dem hiesigen Aberglauben sind. Er gehört zu dem hier ansässigen Volk der Ifugao. Bei Gelegenheiten schreibe ich mal ein paar seiner Ankedoten auf.
Gegen 9 ging es weiter durch eine wunderschöne Kulisse zum Dorf Batad. Wir marschierten mitten durch die Reisterrassen, auf einem schmalen Grad.

Links ein 2m hoher Abrund zur nächsten Reisstufe und rechts ein sumpfiges Reisfeld.
Kurz vor unserer Ankunft ergab sich ein fantastischer Blick auf den Ort, an dem wir unsere zweite Nacht verbringen sollten:
Wir luden unsere Rucksäcke bei "Ritas", unserem Hostel, ab, aßen und dann wanderten Trinka und ich mit Yet Bo zu DEM Wasserfall. Wow - der war sooo cool und das Schwimmen sooo erfrischend!
Allerdings hielt die Erfrischung nicht lange an... denn die Wanderung nach oben zum Dorf ließ uns wieder nass geschwitzt sein.Wir machten noch einen kleinen Schwenker durchs Dorf,



bevor wir den Tag auf Ritas Terrasse zusammen mit Uta und Anne ausklingen ließen.
Auf der lässt es sich morgens, noch halb im Nebel gehüllt auch wunderbar Kaffee trinken.
Unser letztes Ziel war Bangaan. Ein Dorf, welches durch seine Holzschnitzereien berühmt ist. Da waren wir Mädels voll im Element und shoppten erst einmal ausgiebig. Ich kaufte 3 Holsskulpturen in der Form von Ifugao Frauen und einen handgewebten Tischläufer. In dem Dorf begegnete ich einer alten, gebrechlichen Frau und mir kam der Gedanke, dass sie in ihrem Alter wohl nie mehr das Dorf würde verlassen können, da der Weg steil und unwegsam ist. Wie das für sie wohl ist? Gefangen im Reisterrassental... :-)
Am späten Nachmittag holten uns die beiden Tricylefahrer vom ersten Tag an einer Schotterstraße ab und nach 1 1/12 Stunden Schüttelfahrt, unzähligen Beulen an Kopf und Knie und tatkräftigem Einsatz ("Bitte nach vorne lehnen, damit wir den Berg rauf kommen!") waren wir wieder in Banaue.
Wir duschten, aßen, shoppten und um 20 Uhr saßen wir im Bus wieder auf dem Weg nach Hause.
Gott sei Dank hatte jede von uns einen Sitzplatz, so dass wir etwas schlafen konnten und nicht ganz so müde uns einer neuen Arbeitswoche stellen mussten.
Es war ein wunderbarer Trip und der nächste ist schon geplant! Ende November gehts auf den zweithöchsten Berg der Philippinen...


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen