Dienstag, 25. November 2008

Brunch ohne Nosh - geht das?

Sonntag war ich bei Princess, meiner Kollegin, zum Brunch eingeladen.
Als ich aus dem Taxi austieg empfing mich ein hohes Tor und Musik von Police. Gelächter von drinnen versprach eine nette Runde.
Und die war es dann auch:

von links: Ralf, der Zauberer und Tanja (zwei Kollegen). Icke mit dem Neffen von Princess, die im weißen Top. Zwischen uns ihre Freundin, und am Tisch sitzend meine österreichische Kollegin Theresa. Ganz rechts im Bild steht Vera, auch Österreicherin, die an der UP ein Forschungsprojekt für ihre Abschlussarbeit in Deutschland macht.


Abgesehen vom leckeren Kaiserschmarrn, den sie mit Hilfe zweier Österreicherinnen herstellte, gab es super leckeren Weißkohlsalat, Früchte, Würstchen... ich für meinen Teil steuerte eine Variation von Croissants zum Buffet sowie Baguett und Frischkäse. Das ist schon praktisch, dass die Geschäfte hier auch Sonntags auf haben...

Nach einem ausgiebigen Gelage gab es eine Haus- ...ähm...Palastführung. Bei DER Treppe, die von der Wohn- und Essebene in die Wohn- und Schlafebene führt, kann man verstehen, warum man die Tochter "Princess" nennt:

Nachmittags spazierten wir über den riesigen Campus der University of the Philippines und solangsam erholte ich mich von der vorhergehenden Nacht, in der ich mit Uta tanzen war. Ein Israeli als Vorband und der darauffolgende Hauptact "Pinipikan" hatte uns bis tief in die Nacht die Hüften schwingen lassen.
Donnerstag gehe ich zu den "Rock Awards"!!!!! Trinka hat Karten organisiert. Da wird bestimmt super cool!
Freitagnacht geht es dann in einer größeren Gruppe zu Mount Pulag, dem zweithöchsten Berg der Philippinen. Wir fahren über Nacht zum Nationalpark und fangen Samstag an zu wandern. Wir werden wohl bis Montag wegbleiben, da wir noch einen Abstecher nach Bagio machen.

Upps - ich muss los! Mein Unterricht fängt gleich an.. heute auf dem Programm: Akkusativ!

Samstag, 22. November 2008

Gefangen - nicht nur im Aufzug

Uta hat mir ihre Banaue Fotos gegeben. Hier ein paar von ihnen:


(Nachtrag: ) Gefangen im engen Bus für 12 Stunden, auf dem Weg zu den Reisterrassen.
Rechts und links die "bequemen" Sitze und ich zusammen mit ca. 10 anderen in der Mitte auf einem Hocker....



Gefangen von der tollen Landschaft.


Gefangen im Bande der Familie.

Gefangen im Aufzug - ohne Bild -

Gestern Morgen war ich ein bischen spät dran, weil ich noch beim morgendlichen Kaffee einige Tests korrigiert habe. Vollgepackt trippelte ich dann gegen kurz nach 8 aus meiner Tür, wartete eine scheinbare Ewigkeit auf den Lift und wischte mir verstohlen den Schweiß von der Oberlippe... was ein bischen schwierig war, da ich vollgepackt mit Unterrichtsmaterialien, Stockschirm und Wäsche für die Wäscherei war.
Endlich kam der Aufzug. Doch leider hielt er - zumindest vom Gefühl her - in jedem zweiten Stock, so dass die Fahrt aus dem 29. eine Ewigkeit dauerte. Endlich: 4, 3, 2, 1 - und Stopp. Mit einem Rütteln hielten wir und jeder wusste sofort, dass was nicht stimmte. Der Aufzug, der mittlerweile mit 17 Menschen gefüllt war, war steckengeblieben. Zwischen dem 1. und dem Erdgeschoss.
Es beruhigte mich ehrlich gesagt, dass es nicht ihrgendwo weiter oben passiert war, da der Absturz bei einem eventuellen Reißen der Seile nicht so tief sein würde...
Der Notruf funktionierte natürlich nicht und mein Fragen nach Kameras im Lift (die ansonsten überall sind) wurde verneint - und ja, mein Seufzer "And no Brat Pit around!" erntete nur ein müdes Lächeln... Jeder hämmerte auf seinem Handy rum und das "Walang signal" übersetzte ich einfach mal als "Kein Signal!"
Ich stellte mir die tollsten Geschichten vor: - keiner merkt, dass wir feststecken - Sauerstoffmangel - Feuer bricht aus - jemand versucht die Türen mit Gewalt zu öffnen -
und komischerweise genau das versuchte nun einer der starken Männer. Er öffnete irgendwie die Schwiebetüren, aber die Betonwand, die sich nun vor meinen Augen auftat, wollte ich irgendwie nicht sehen... der Film in meinem Kopf ging weiter: 18 Menschen lebendig begraben...
Alle blieben ruhig ...
Was ich nicht sah, da ich ganz hinten im Aufzug stand, war, dass wir zwischen zwei Stockwerken hingen und die Leute im Erdgeschoss, nun bei geöffneten Türen unsere Beine sehen konnten. Und schon hörte ich Stimmengewirr und die Menschen um mich herum bewegten sich ... "Wohin???", dachte ich...
Die Sicherheitsmänner aus dem Eingangsbereich hatten eine provisorische Leiter aus Stühlen gebaut und einer nach dem anderen ließ sich durch einen schmalen Schlitz auf die Stuhlleiter im Erdgeschoss gleiten. Helfende Hände streckten sich uns entgegen - und gierige Augen, wenn Frauen, so leider auch ich an dem Tag, einen Rock trugen... :-)
Abenteuer vorbei!
Übrigens lerne ich jetzt einmal in der Woche "Tagalog"... das nächste Mal, wenn ich wieder im Lift gefangen bin, kann ich dann vielleicht auf tagalog sagen "Schade, dass kein Brat Pit da ist" - und vielleicht wird dann gelacht!

Montag, 10. November 2008

Miss Earth - eine Filippina!

Herr Künzel, unser Institutsleiter, hatte die Ehre, bei der letzen Runde im entscheidenden Finale des Titels der "Miss Earth" dabei zu sein... Natürlich wurde er von vielen beneidet...
Gewonnen hat Karla Paula Henry - zum ersten Mal in der kurzen Geschichte dieses Wettkampfes eine Filippina!

Check this out:

http://www.missearth.tv/photogallery.html


Dafür war ich Samstag mit Trinka und Anne auf einem Rockkonzert: 3 echt coole filippinische Bands spielten und dann der Hauptact: eine amerikanisch-filippinische Gruppe: "plusminus". Die spielten so Indirock und wurden von allen angehimmelt... Wir Mädels haben auch abgerockt und ich hatte sogar das Glück, das im riesigen Manila die Location nahe an meiner Wohnung lag.

Sonntag hatte ich dann einen wundervollen kleinen Kater... putzen und einkaufen war am einzigen freien Tag trotzdem angesagt... zum Trost gönnte ich mir sündhaft teure Rote Beete aus dem Glas (aus Deutschland), Parmaschinken und Zitronenzuckerkekse (aus Dänemark) ... der Mensch lebt nicht nicht nur von Reis allein! :-)
Eine schöne Woche euch!



Donnerstag, 6. November 2008

Banawe, Banawe, Banawe!!! (oder auch: Banaue)



Um 22:00 Uhr sollte unser Bus losfahren - aber wir hatten noch keine Tickets! Deshalb waren wir eine Stunde früher da. Diese Idee hatten leider viele.... Als die Reihe an uns kam, gab es nur noch 2 Tickets. Ich wendete mich enttäuscht ab - doch Trinka, verharrte und redete und redete und redete auf den Verkäufer ein... ich unterstützte sie mit meinem besten Augenaufschlag und schließlich, nach 20 Minuten war es soweit: 2 von uns bekamen einen Sitzplatz und 2 einen Platz im Gang... Für eine 8stündige Übernachtfahrt. Uta und ich opferten uns, und nahmen auf Notsitzen im Gang Platz, deren Lehne in Hüfthöhe (!) endete. Aber egal!
Leider dauerte die Fahrt nicht 8 sondern 12 Stunden, da wir zuerst innerhalb Manilas 2 Stunden im Stau standen und dann kurz vorm Ziel einer Überhitzung des Motors Tribut zollen mussten... Wir freuten uns über die plötzliche Bewegungsfreiheit und nutzten die Pause für einen ersten Bergkaffee.

Endlich in Banawe angekommen, umgab uns wundervolle frische Luft. Zuerst mieteten wir uns einen "guide", der uns die nächsten 3 Tage durch die Gegend jagen sollte und besprachen mit ihm die Route. Anne war geschockt.



Sie wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass unsere Wandertour solche Ausmaße annehmen sollte. Sie dachte, wir blieben in Banaue und würden von dort kleinere Tagestrips machen. Aber nein, Baby - es würde von einem Dorf ins nächste gehen - bis wir Sonntag wieder in Banaue ankommen würden.

Nach einem späten Frühstück (Bananenpancakes) ging die erste Etappe los.
Wir starteten im Tricycle:
Also, praktisch ein Motorrad mit so einem Seitenwagen, wo wir uns zu zweit reinsetzten. 30 Minuten dauerte die Fahrt und dann ging es los!

Noch waren wir voller Elan: Trinka (eine meiner Kursteilnehmerinnen aus dem Mittwochabendkurs - sehr coole Frau! Filmemacherin), Uta (in der Mitte; hat immer Hunger!), Anne (Hamburgerin mit Leib und Seele) und ich. Frauenpower!!!
Auf unserem Weg begegneten wir Pferden... und Schweinen die Hunde jagten. EEECHT! Und wir Stadtkinder packten uns kreischend an die Hände, als da plötzlich ein quiekendes Schwein einem bellenden Hund hinterher raste... Yet Bo hat bestimmt auch gedacht "Mein Gott! Was hab ich da für Ladies im Gepäck!"



Yet Bo (oder auch Robert genannt) führte uns innerhalb von 4 / 5 Stunden nach Cambulu.

Das ist ein Dorf ohne Fernseher oder Radio. Die Bewohner müssen, so wie wir, ewig wandern, um in die nächste "Stadt" zu kommen. Wir aßen den Reis und das Gemüse, welches sie anbauen - und es war köstlich. Wilder Bergreis - so lecker, so anders als der Reis, den man im Supermarkt kauft.



Sobald die Sonne untergegangen war, wurden die Berge um uns herum in undurchsichtbares Dunkel getaucht. Eine Schwärze, wie wir sie kaum kennen... und die Geräuschkulisse, "Natur pur" war waaaaahnsinnig. Genauso unglaublich wie der fantastische Sternenhimmel. Zwei Sternschnuppen konnte ich mit Wünschen versorgen... und Glühwürmchen umschwärmten unsere Terrasse... Yet Bo klimperte auf der Gitarre und die Dorfbewohner setzten sich hinzu.

Am nächsten Morgen wachte ich schon um kurz nach 6 auf, "duschte" (= eiskaltes Wasser aus einer Plastikschüssel über den Körper - KREISCH) und verbrachte 3 ruhige, interessante Stunden auf der Veranda. Ein paar Frauen kamen vorbei, die unserer Wirtin Gemüse verkauften und Yet Bo kaufte ein paar Bananen für uns.

Die sehen braun aus, waren aber innen noch voll in Ordnung und suuuper lecker.
Er erzählte mir auch viele Legenden und wahren Begebenheiten aus der Region, die eng verknüpft mit dem hiesigen Aberglauben sind. Er gehört zu dem hier ansässigen Volk der Ifugao. Bei Gelegenheiten schreibe ich mal ein paar seiner Ankedoten auf.

Gegen 9 ging es weiter durch eine wunderschöne Kulisse zum Dorf Batad. Wir marschierten mitten durch die Reisterrassen, auf einem schmalen Grad.



Links ein 2m hoher Abrund zur nächsten Reisstufe und rechts ein sumpfiges Reisfeld.
Kurz vor unserer Ankunft ergab sich ein fantastischer Blick auf den Ort, an dem wir unsere zweite Nacht verbringen sollten:

Wir luden unsere Rucksäcke bei "Ritas", unserem Hostel, ab, aßen und dann wanderten Trinka und ich mit Yet Bo zu DEM Wasserfall. Wow - der war sooo cool und das Schwimmen sooo erfrischend!
Allerdings hielt die Erfrischung nicht lange an... denn die Wanderung nach oben zum Dorf ließ uns wieder nass geschwitzt sein.
Wir machten noch einen kleinen Schwenker durchs Dorf,


bevor wir den Tag auf Ritas Terrasse zusammen mit Uta und Anne ausklingen ließen.

Auf der lässt es sich morgens, noch halb im Nebel gehüllt auch wunderbar Kaffee trinken.

Super Aussicht! Oder?

...und noch `n Kaffee...

Unser letztes Ziel war Bangaan. Ein Dorf, welches durch seine Holzschnitzereien berühmt ist. Da waren wir Mädels voll im Element und shoppten erst einmal ausgiebig. Ich kaufte 3 Holsskulpturen in der Form von Ifugao Frauen und einen handgewebten Tischläufer. In dem Dorf begegnete ich einer alten, gebrechlichen Frau und mir kam der Gedanke, dass sie in ihrem Alter wohl nie mehr das Dorf würde verlassen können, da der Weg steil und unwegsam ist. Wie das für sie wohl ist? Gefangen im Reisterrassental... :-)

Am späten Nachmittag holten uns die beiden Tricylefahrer vom ersten Tag an einer Schotterstraße ab und nach 1 1/12 Stunden Schüttelfahrt, unzähligen Beulen an Kopf und Knie und tatkräftigem Einsatz ("Bitte nach vorne lehnen, damit wir den Berg rauf kommen!") waren wir wieder in Banaue.
Wir duschten, aßen, shoppten und um 20 Uhr saßen wir im Bus wieder auf dem Weg nach Hause.
Gott sei Dank hatte jede von uns einen Sitzplatz, so dass wir etwas schlafen konnten und nicht ganz so müde uns einer neuen Arbeitswoche stellen mussten.
Es war ein wunderbarer Trip und der nächste ist schon geplant! Ende November gehts auf den zweithöchsten Berg der Philippinen...

Montag, 3. November 2008

sooo toll!

Die Reisterrassen waren soooo toll! Es war sooo schön!
Bin heute morgen um halb sieben wieder in Manila angekommen, geduscht, Wäsche zur Wäscherei gebracht und ab ins Goethe.
Werde noch ein paar Stunden arbeiten müssen und mich dann ins Bett stürzen.
Fotos und ausführliche, schwärmerische Berichte spätestens am Mittwoch!

TRISTAN!

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag

noch einmal auf diesem Wege! Da oben in den Bergen gab es kein Netz - deshalb konnte ich dir erst heute Morgen eine SMS schreiben. Ich hoffe du hattest einen wunderbaren Tag und ich wünsche dir ein glückliches, spannendes und erfolgreiches (einser Abschluss!!!) neues Lebensjahr!
Ein dicker Kuss
von der großen Schwester
!schmatz!